Dresscodes im Überblick

30. Oktober 2014
Der falsche Dresscode kann manches Geschäft zum platzen bringen. Foto: Touristikdepesche

Der falsche Dresscode kann manches Geschäft zum platzen bringen. Foto: Touristikdepesche

Ärzte, Feuerwehrleute und Piloten haben es leicht – was ihren Dresscode angeht. Um den perfekten Business-Look jedenfalls müssen sie sich keine Gedanken machen: Sie tragen Uniform. Schwieriger hingegen wird es für Banker, Berater und alle anderen, die täglich mit Kunden zu tun haben. Entscheidend sind hier die brancheninternen Gewohnheiten, aber auch die einzelnen Unternehmensphilosophien.
Noch komplizierter kann es werden, wenn zu einer Veranstaltung oder einem feierlichen Event eingeladen wird: Was trage ich? Inzwischen ist es meist auf der Einladung vermerkt, welche Kleiderordnung die Veranstalter „empfehlen“. Falsch machen kann man da nichts mehr, zumindest dann nicht, wenn man weiß, was sich hinter Dresscodes wie Smart Casual oder Business verbirgt. Eines ist übrigens deutlich zu beobachten: Die Deutschen werden skandinavischer. Wo vor zehn oder 15 Jahren die Krawatte noch zwingend erforderlich war, kann auf den Schlips mittlerweile verzichtet werden. Und wer bei gesellschaftlichen Anlässen eine schwarze Jeans statt der feinen Anzughose trägt, wird längst nicht mehr schräg angesehen. „Der Trend geht zu Smart Casual“, sagt Susanne Müller-Elsner, Professorin an der Hamburger Mode- und Design-Akademie. Was im Umkehrschluss allerdings nicht bedeutet, sich künftig allzu lässig zu kleiden. Zumindest an die Codes sollte man sich in jedem Fall halten.

1. Casual
Lockerheit ist Trumpf. Ein wenig elegant allerdings sollte es schon sein – Turnschuhe und T-Shirt bleiben daheim. Männer liegen mit langer Jeans, Polo-Shirt und Jackett richtig; Frauen tragen entweder Rock mit Blazer oder ebenfalls Jeans mit Shirt. Der Begriff „Casual“ leitet sich übrigens vom „Casual Friday“ ab: In manchen US-amerikanischen Firmen dürfen die Mitarbeiter freitags ruhig lässig erscheinen. Dessen Ursprung wiederum liegt auf Hawaii: Am Aloha Friday gestatten die Firmen es seit 1966 ihren Beschäftigten, Hawaiihemden zu tragen.

2. Smart Casual
Smart bedeutet: einen Hauch eleganter als nur Casual. Der Schlips bleibt zwar außen vor, statt des Polo-Shirts sollte es bei den Männern allerdings ein Hemd sein. Jeans ist erlaubt, wenn sie nicht verwaschen, zerfetzt oder sehr getragen aussieht; besser wäre eine Chino-Hose. Frauen können zwischen einer Kombination, einem Hosenanzug oder einem Kleid wählen.

3. Business Casual
Jetzt wird es förmlicher. Anzug oder zumindest Anzughose samt Sakko ist eine gute Wahl, natürlich mit Hemd, jedoch krawattenfrei. Für Frauen ist es nicht ganz so streng. Sie können sich entscheiden zwischen einer Kombination, einem Kostüm und einem Hosenanzug mit Shirt. Flache Schuhe sind völlig okay.

4. Business
Anzug, Krawatte und gute Schuhe. Alles – bis aufs möglichst weiße oder zumindest helle Hemd – sollte in dunklen Farben daherkommen. Das Richtige für die Frau ist der Hosenanzug oder das klassische Kostüm.

5. Dark Suit
Feine Kleidung zu einem feinen Anlass: Weißes Hemd, unaufdringliche Krawatte, schwarze Socken und schwarze Schuhe sind Pflicht für den Herrn. Doch Vorsicht: Was den Anzug angeht, bedeutet „dark“ nicht Schwarz. Während Letzteres verpönt ist (ebenso wie Braun), sind Dunkelgrau oder Dunkelblau erwünscht. Frauen tragen festliches Kostüm oder kleines Abendkleid, gern auch mit offenen Schuhen ohne Strümpfe.

6. Black Tie
Gefordert ist der stilechte schwarze oder nachtblaue Smoking samt Smokinghemd mit Kläppchenkragen und verdeckter Knopfleiste für ihn. Pflicht ist auch die namensgebende schwarze Fliege. Beim Dresscode „Black Tie Optional“ darf es auch der elegante dunkle Anzug mit Krawatte sein. Für sie: langes Abendkleid.

7. White Tie
Edler geht’s nun wirklich nimmer: Der Herr trägt Frack, weiße Weste und weiße Fliege, und die Dame hüllt sich in ein pompöses Ballkleid. Und ihr Schmuck sollte überaus üppig sein – nach dem Motto: Mehr ist mehr!

Doch wie seiht es im Ausland aus? Nachfolgend eine kleine Übersicht.

England
Privat ziehen sich die Briten sehr leger an – bei offiziellen Meetings allerdings ist gutes Aussehen wichtig. Vor allem die Kombination aus Anzug, Hemdkragen und Krawattenknoten muss stimmen: schmale Kragen zu Ein-Knopf-Sakkos und breitere, wenn das Jackett zwei Knöpfe hat. Passend dazu wäre ein Four-in-Hand-Knoten. Wie man den knotet? go.biztravel.de/krawatte Verzichten sollte man übrigens auf Streifenmuster-Hemden – sonst sortiert Sie Ihr Gegenüber gleich in einen bestimmten, möglicherweise ungeliebten Club ein, für den die Farben stehen.

Italien
Nur wer die richtige Marke trägt, kann auf Verhandlungserfolge hoffen. Hochwertige Stoffe, gepflegte Lederschuhe und Mode-Labels sind in Italien jedenfalls von großer Bedeutung: Mit Marken wie Brioni, Boss, Black oder Zegna liegt man meistens richtig. Auf hochqualitative Schuhe schaut man übrigens auch in Kanada und Japan.

Japan
Werfen Sie einen Blick auf die Socken, bevor Sie diese anziehen: In Japan, aber auch in anderen ostasiatischen Staaten wie Korea, können Löcher nicht nur peinlich, sondern auch geschäftsschädigend sein. Denn der Verhandlungspartner sieht diese garantiert – Restaurants etwa, in denen traditionell Verträge geschlossen werden, betritt man in Socken.

Südafrika, Griechenland, Israel
Grundsätzlich gilt: Kurzarmhemden sind im Geschäftsverkehr weltweit ein Tabu; nur unterm Sakko werden sie immer häufiger akzeptiert. Offen getragen werden dürfen sie in heißen Ländern wie den oben genannten.

Arabische Staaten
Slim Fit liegt im Trend – bei Hemden, Anzügen und Hosen. In arabischen Staaten sollten Sie allerdings auf enge Kleidung verzichten. Denn zum Essen setzt man sich gern auf den Boden – und wenn dann die Kleidung reißt, ist das unschön. Und Frauen sollten sich nicht allzu offen zeigen: Sowohl das Knie als auch die Ellenbogen müssen bedeckt sein.

Türkei
In Sachen Schmuck können Frauen hier ruhig dick auftragen – je protziger, desto besser. Auch in Italien ist das okay.

Russland, Osteuropa, Brasilien
BlingBling wird in vielen Staaten als völlig geschmacklos angesehen. In Russland & Co jedoch ist dagegen nichts einzuwenden, während perfekt gepflegte und lackierte Fingernägel sogar Pflicht sind (bei Frauen).

USA, Korea
Die Friseur muss sitzen – egal ob mit oder ohne Drei-Wetter-Taft. In Amerika sind „Bad Hair Days“ absolut verpönt, und in Korea gelten bei Frauen selbst offen getragene Haare als prollig.

Asien
Offene und hochhackige Schuhe gelten in vielen asiatischen Ländern – aber auch anderswo – als absolut undamenhaft. Mit niedrigen Absätzen kommen sie besser an.

Quelle der Meldung: Biz Travel

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